Hintergrund

Eine zukunftsfähige Wohlstands- und Wirtschaftsberichterstattung erfordert neben ökonomischen auch ökologische und soziale Dimensionen. Insbesondere die biologische Vielfalt und das Naturkapital spielen eine zentrale Rolle für langfristigen Wohlstand, werden in bestehenden volkswirtschaftlichen Indikatoren bislang jedoch nur unzureichend berücksichtigt. Internationale Rahmenwerke wie das 2022 verabschiedete Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (KMGBF) unterstreichen die Bedeutung, Biodiversität und ihre vielfältigen Werte systematisch in die nationale Berichterstattung zu integrieren.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Weiterentwicklung der Wohlfahrtsmessung an Bedeutung. Ziel ist es, Naturverbrauch, Umweltbelastungen und Naturschäden systematisch sichtbar zu machen und ökologische Aspekte stärker in wirtschaftliche Entscheidungsmechanismen einzubinden. Der Ausbau bestehender Instrumente – etwa der Ökosystemgesamtrechnung – bietet hierfür wichtige Ansatzpunkte, um ökonomische und ökologische Perspektiven kohärent zusammenzuführen.

Vor diesem Hintergrund wird das Projekt vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e. V. (FÖS) gemeinsam mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e. V. (FEST), dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR) sowie dem Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige GmbH (IZT) durchgeführt.

 

Ziele und Inhalte

Ziel des Projekts ist es, konkrete Empfehlungen für biodiversitätsrelevante Wohlfahrtsindikatoren zu entwickeln und aufzuzeigen, wie diese in die volkswirtschaftliche Berichterstattung und wirtschaftliche Modellierung integriert werden können. Dabei wird untersucht, wie Natur als Kapital stärker berücksichtigt und in bestehende Berichtssysteme eingebettet werden kann.

In fünf aufeinander aufbauenden Arbeitspaketen werden bestehende Indikatoren und Accounting-Ansätze analysiert, Erweiterungsmöglichkeiten um biodiversitätsbezogene Größen geprüft und zentrale Ressourcen sowie Restriktionen für die Umsetzung identifiziert.

Ein besonderer Fokus liegt auf der monetären Erfassung von Biodiversität, um deren Integration in ökonomische Modelle zu erleichtern. Aufbauend auf diesen Analysen werden praxisnahe Implementierungsoptionen und Politikempfehlungen entwickelt, unter anderem mit Blick auf den Jahreswirtschaftsbericht des Bundes.

Ergänzend unterstützt das Projekt die Kommunikation, Verbreitung und das Mainstreaming der Ergebnisse in Wissenschaft, Politik und Praxis.

 

Das Projekt “Biodiversitätsfreundliches Wirtschaftswachstum: Empfehlungen für nachhaltige Wohlfahrtsindikatoren” wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.


ANSPRECHPARTNERIN
Dr. Beate Richter

KONTAKT

Projektdaten

Laufzeit: 12/2023 - 03/2026

Titel

Klima-Subventionsbericht 2026: Quantifizierung, Wirkung und Reform klimaschädlicher Subventionen in Deutschland

Publikationsart Studie
Abstract

In Deutschland bestehen weiterhin erhebliche klimaschädliche Subventionen. Für 2024 identifiziert die Studie 45 Subventionstatbestände mit einem Gesamtvolumen von 66,2 Mrd. Euro. Davon entfallen 31,3 Mrd. Euro auf den Verkehr, 26,4 Mrd. Euro auf den Energiesektor und 8,5 Mrd. Euro auf die Land- und Forstwirtschaft.

Gegenüber 2018 ist das nominale Volumen um 3,9 Mrd. Euro gestiegen. Bereinigt um die Inflation ist es hingegen gesunken, was jedoch keinen subventionspolitischen Fortschritt darstellt. Gleichzeitig wurden einzelne Vergünstigungen abgeschafft, während andere ausgeweitet oder neu eingeführt wurden. Besonders relevant sind etwa die steuerliche Begünstigung von Diesel, Vergünstigungen im Luftverkehr, die Entfernungspauschale, Dienstwagenprivilegien sowie verschiedene Vergünstigungen im Energie- und Agrarsektor.

Die Studie sieht daher erheblichen Reformbedarf. Klimaschädliche Subventionen sollten transparent erfasst und regelmäßig evaluiert werden. Einige Maßnahmen sollten abgeschafft, andere so reformiert werden, dass klimaschädliche Anreize reduziert und die ursprünglich verfolgten Ziele zielgenauer und sozial gerechter erreicht werden.

Autor*innen
Auftraggeber*innen Bertelsmann Stiftung
Institution FOES
Tags umweltschädliche Subventionen, Haushalt
Themen
Publikationsdatum 2026
Externe Datei Externe Publikation

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